Von Holly, Mozillion-Team
Und eilt darauf hinaus, Europas größter zu werden
Daten des Global E-Waste Monitor zeigen, dass Norwegen mit 26 kg pro Person der größte Verursacher von Elektroschrott ist, gefolgt von Großbritannien mit 23,4 kg und der Schweiz an dritter Stelle.
Elektroschrott, auch „ausrangierte Elektronikgeräte“ genannt, kann bei der Entsorgung auf Mülldeponien extrem umweltschädlich sein, da Blei und Quecksilber in Boden und Wasser gelangen. Laut einer Studie von Uswitch hat sich der Elektroschrott aus dem IT- und Telekommunikationsbereich in Großbritannien zwischen 2008 (19.053 Tonnen) und 2022 (geschätzte 37.631 Tonnen) fast verdoppelt – ein Anstieg um 98 %.
Doch die Schuld daran tragen kaum nur wir Verbraucher, auch die Unternehmen sind für diesen Anstieg verantwortlich. Professor Richard Herrington, Leiter der Abteilung für Geowissenschaften am Naturhistorischen Museum, sagt über die Elektronikindustrie:
„Die meisten Unternehmen sind darauf bedacht, Ihnen ein neues Produkt zu verkaufen. Sie wollen, dass Sie Ihr altes Handy oder Ihren alten Computer schnell loswerden und aufrüsten. Vielleicht sollten wir anfangen, Produkte zu fordern, von denen wir wissen, dass sie recycelt werden können, und Produkte ablehnen, die nicht recycelt werden können. Unternehmen sollten keine Produkte verkaufen, die nicht recycelt oder wiederverwendet werden können.“
Uswitch-Mobilfunkexperte Rehan Ali sagte:
„Zum Glück kann man durch bewussteres Entsorgen von Elektroschrott dessen Menge und Umweltbelastung reduzieren. Mit SIM-only-Tarifen kann man Mobiltelefone länger nutzen oder sich von Verträgen befreien und stattdessen ein generalüberholtes Gerät kaufen.“
Die Studie prognostiziert weiterhin, dass Großbritannien bis 2024 Norwegen überholen und zum größten Verursacher von Elektroschrott werden wird. Der aktuelle Trend geht davon aus, dass Großbritannien bis 2030 knapp 55.000 Tonnen Elektroschrott produzieren wird.
Viele Unternehmen müssen grundlegende Änderungen vornehmen, darunter die Einführung eines Rücknahmesystems nach norwegischem und schweizerischem Vorbild. Auch wir als Verbraucher können unseren persönlichen Beitrag zu diesem Problem verringern.
Wie Sie Ihren Elektroschrott reduzieren können
▶ Verschieben Sie die Aktualisierung Ihrer Geräte so lange wie möglich . Dadurch sparen Sie nicht nur viel Geld, sondern schonen auch die Umwelt.
▶ Verkaufe (oder verschenke) deine Geräte, damit sie von jemand anderem wiederverwendet werden können. Im Vergleich zur Inzahlungnahme kannst du sie meist privat oder über eine Website für mehr Geld verkaufen.
▶ Kaufen Sie gebrauchte oder generalüberholte Geräte. Ähnlich wie beim Kauf eines Gebrauchtwagens sparen Sie dadurch nicht nur einen Aufpreis für dasselbe Produkt, sondern schonen auch die Umwelt und reduzieren den Bedarf an Neuproduktion. Viele generalüberholte Produkte, insbesondere Mobiltelefone, kosten Hunderte von Euro weniger als Neugeräte und bieten oft dieselbe Garantie.
▶ Reparieren und teilen Sie Geräte, wo immer möglich. Oft benötigen unsere Elektronikgeräte nur eine kleine Reparatur, um wieder zu funktionieren. Anschließend können sie weitergegeben und ein zweites oder drittes Mal genutzt werden. Es gibt auch gemeinnützige Organisationen, die sie entgegennehmen und dafür einen Erlös erzielen – eine Win-Win-Situation.
▶ Versuchen Sie, das Produkt an den Hersteller zurückzusenden. Wenn der Artikel vollständig defekt ist, sollten Sie sich zuerst an den Hersteller wenden. Fragen Sie nach, ob dieser ein Verfahren zur Rückgabe alter Elektronikgeräte und zugehöriger Materialien gegen Gutschrift anbietet. Die meisten Hersteller nehmen ausgediente Waren nicht zurück, einige jedoch schon. Nur wenn sich genügend Verbraucher dafür einsetzen, werden sich Marktpraktiken und Verantwortlichkeit ändern.
▶ Bringen Sie sie zu einer Elektroschrott-Sammelstelle. Es gibt lokale Organisationen, die alte Elektronikgeräte annehmen. Die nächstgelegene finden Sie hier: https://www.recycleyourelectricals.org.uk/
▶ Kaufen Sie Elektronikgeräte verantwortungsbewusst. Als Geschäftsinhaber sollten Sie sich bewusst sein, dass das günstigste Angebot nicht immer das beste für die Umwelt ist. Arbeiten Sie möglichst nur mit Unternehmen zusammen, die nachhaltig gewonnene Materialien verwenden, generalüberholte Geräte anbieten und einen Rücknahmeservice für defekte oder nicht mehr benötigte Elektronikgeräte anbieten.
